Mama gegen Mama…der Spielplatz Terror!

27. März 2019
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Von Hannah Steinlechner

Die Mamamafia? Nein, die Frauenmafia. Was können wir Frauen, nein wir Menschen fies sein. Ich stehe vor dem Spiegel und lächle mich an, ich bin zufrieden, ich bin glücklich…so wie ich bin. Dann wage ich den Schritt raus, raus aus meiner Wohnung, aus meinem sichersten Platz. Plötzlich machen sich Zweifel breit. Wie oft habe ich mir die Frage gestellt: „Oh die andere Mama hat viel eine schönere und gesündere Jause für ihr Kind vorbereitet, als ich. Oh die andere Mama geht jeden Tag mit ihrem Kind zum Spielplatz. Oh die andere Mama, geht nicht ab und an mal am Abend aus. Oh die andere Mama hat ihrem Kind viel ein schöneres Fahrrad gekauft. Oh die andere Mama hat ihr Kind wärmer angezogen…sollte ich das auch???“

NEIN…SOLLTE ICH NICHT!

Was ich sollte ist aufhören zu schauen, wie oder was andere Mamas machen. Was andere Mamas denken. Ihr kennt die typischen Spielplatz-Mama-Blicke oder? Genau aus diesem Grund dachte ich oft…oh die andere Mama. Ich habe 3 Jahre gebraucht, damit klar zu kommen. Immer wieder gibt es sie, die Art von Mamas die dich blöd anschauen. Dich teilweise sogar ansprechen, weil du etwas anders machst als sie.  Genau deshalb sind wir oft verunsichert. Auf Instagram habe ich euch erzählt, dass eine Mutter zu meinem Kind sagte, sie habe keine Manieren, weil sie ihre Spielsachen nicht teilen wollte. Ich war so paff, dass ich es nicht schaffte der Mutter etwas entgegen zu bringen. Die Mama setzte sich zu ihrer Freundin und beide blickten Kopfschüttelnd zu uns rüber. Warum machen andere Mütter so etwas…warum gibt es kein Miteinander? Das ist nicht die einzige Geschichte. Eine weitere die ich auf Lager habe spielt im Schwimmbad. Olivia wollte unbedingt rutschen, aber nicht auf der kleinen Wasserrutsche sondern auf einer etwas größeren. Ich dachte: „Okay, wir probieren es zusammen aus.“ Neben der Rutsche saß eine Horde Mütter. Ich ging mit Olivia die Treppen rauf und wir rutschten, LANGSAM und VORSICHTIG. Leider bekamen wir etwas zu viel Schwung und gingen am Ende beide unter. Natürlich fing Olivia lautstark an zu weinen. Ich fischte uns beide raus und tröstete Olivia sofort. Ich trug die kleine Maus bei den Mamas vorbei und alle schauten mich mit einem super bösen Blick an. Im Hintergrund hörte ich wie eine sagte: „Das arme Kind, was ist das bloß für eine Mutter, das muss ja echt nicht sein.“ Ich wollte im Erdboden versinken. Klar, ich gebe zu, das war nicht meine beste Idee…aber ich ließ weder Olivia alleine noch war es eine lebensgefährliche Rutsche. Ich war danach so verunsichert und habe mich als unglaublich schlechte Mutter gefühlt. Meinem Kind tat es nichts, sie rutschte gleich danach die Kinderrutsche runter.

Seit ich Mama bin habe ich eine Seite an mir entdeckt, die unsicher ist. Eine Seite die viel zu viel überlegt, ob sie alles richtig macht. Mein Bauchgefühl kommt mit den äußeren Einwirkungen fast nicht mehr mit. Die Blicke die man immer wieder mal kassiert gehen einem bis ins Mark. Oft saß ich da und dachte: „Wie kann das bloß sein?…wo ist nur mein Bauchgefühle hin?“

Ich las viel zu viel nach. Im Internet fand ich Interviews von Experten „die ersten Jahre prägen ihr Kind bis ins Erwachsenenalter“. Ich war teilweise so geschockt, dass ich Panik hatte ich könnte etwas falsch machen. Ich dachte: „Hannah, da gibt es keine Grauzone. Was wenn du einen so schlimmen Fehler machst, dass dein Kind als Erwachsener eine Therapie braucht…was wenn dein Kind Angst vor Wasser hat, weil DU mit ihr die Rutsche runter bist. Das Kopfkino kam nur, weil die anderen Mütter mir mit solchen Sprüchen und Blicken kamen.

Ich bin seit 3 Jahren Mutter und habe viel dazu gelernt…Dinge müssen sich dringend ändern.

Hören wir auf über andere zu urteilen, denn viele Mamas unter uns sind genau wegen diesem Gerede verunsichert. Wie erziehst du dein Kind?…Ja Tipps sind gut aber nicht immer sinnvoll. Ich habe die Veränderung bemerkt in dem ich angefangen habe bei mir selbst zu bleiben. Mir ist bewusst dass es Leute geben wird die über mich reden. Meine halbe Nachbarschaft liest meine Blogbeiträge über Sex. Ich bin kein Ratgeberblog…weil ich keinen Rat habe, aber ich bin echt und ehrlich und damit will ich euch sagen: „ihr seid mit euren Zweifeln nicht allein!“…ich schreibe meine Gedanken, privat und echt. Mamas lasst uns zusammen halten, helfen wir einander. Wir alle werden Fehler machen, oder haben sie bereits gemacht.

Mein Bauchgefühl ist zum Glück zurückgekehrt.

Ich bin Hannah und Mama von Olivia…ich kehre vor meiner eigenen Haustüre, das sollte jeder von uns. In dem Sinne…besorgt euch einen Besen, wenn ihr ihn noch nicht habt, dann holt euch einen, denn bei den anderen Mamas werdet ihr ihn nicht finden.

Bussi Hannah

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