Gründe warum Freundschaften durch Kinder kaputt gehen.

4. Oktober 2019
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Von Hannah Steinlechner
Mamaleben, Gründe warum Freundschaften durch Kinder kaputt gehen

Es gibt Freundschaften die man ein Leben lang hat. Es gibt welche die sich wegen der Kinder ergeben oder wegen der Kinder zerbrechen, weil man vielleicht nicht den gleichen Erziehungsstil hat, oder andere Werte, andere Ansichten. Wenn man Mutter wird, verändert sich nicht nur die Lebenssituation, sondern auch der Mensch selbst. Zumindest ist es bei mir so. Im ersten Jahr ist das Kind Gesprächsthema Nummer eins, das kann dann zum Beispiel schon mal kinderlose Freunde nerven. Wenn die Kinder dann älter werden kommen andere „Probleme“ hinzu, die eine Freundschaft beeinflussen.

Das Kind beginnt seine Persönlichkeit zu entwickeln.

In meinem Freundeskreis gibt es kein einziges Kind, das ich nicht mag. Es sind rebellische, ruhige, emotionale und aufgedrehte Kinder dabei. Alle für sich einzigartig. Ich habe noch nie ein Kind kritisiert, wenn es nicht teilen wollte, oder mal einen schlechten Tag hatte. Aber so bin ich. Ich kenne genug Mamas die ständig über andere Kinder reden, über andere Mamas lästern. Ständig auf die Finger schauen, und analysieren wie sie die Situation besser im Griff hätten…bzw. „sowas würde es bei mir nicht geben“ kennt ihr oder?

Jedes Kind hat seine Phasen.

Jedes Kind wird sich bei einem Treffen mit Freunden mal nicht von der besten Seite zeigen. Mal wollen sie nicht teilen, mal flippen sie emotional aus. Kinder sind unberechenbar. Vor allem im Kleinkindalter. Es kann mal zugehen wie bei einem Rockkonzert, Gitarren werden zertrümmert, die Wände beginnen zu beben. Da liegt es bei uns die Show für einen Moment zu unterbrechen.

Aber was, wenn sich die Kinder mal gegenseitig bekriegen, sich hauen oder mal keinen Bock aufeinander haben? Dann werden wir Mamas zu den unberechenbaren, emotionsgeladenen Kindern. Zu Konzertbesuchern die ihr Geld zurück wollen und nur noch nach Hause. Jeder kennt wahrscheinlich solche Treffen, die einem nach einer Woche noch im Magen liegen.
Es kommt zu der Situation, dass deine Freundin dein Kind kritisiert. Tja…da verschmelzen wir mit unseren Kleinen. Ganz schlimm wird es, wenn man als Mama findet, dass die Kritik zu Unrecht geübt wurde. Hui! Da macht sich dann ein Funkeln in den Augen bemerkbar. Man fühlt sich persönlich angegriffen. Da wäre man gerne ein ungehaltenes Kind und würde, wie eine wildgewordene Katze, am liebsten hin hauen. Genau da passiert es dann.

Die Freundschaft bekommt einen Knacks.

Es ist vorprogrammiert, dass man beim nächsten Treffen nervös ist. Man hofft, dass so eine Situation nicht wieder vorkommt. Jeder von uns will ein „braves“ Kind. Man will, oder besser gesagt, jeder soll dein Kind lieb haben. Die Vorstellung, dass es jemand nicht tut, zerbricht einem das Herz.

Was nun? Wieder treffen, oder die Freundschaft am besten ausklingen lassen?

Ich habe so das Gefühl, dass sich das Gehirn verändert, wenn man Mutter wird. Manche Mamas haben eine rosarote Brille auf, ihr Leben lang. Ihre Kinder sind nie an etwas schuld, ihre Kinder sind immer „brav“, teilen, flippen nicht aus, machen nichts kaputt.

Dann gibt es die anderen Mütter, die sich absolut bewusst darüber sind, dass ihre Kinder auch mal Fehler machen.
Ich habe in meinem Bekanntenkreis eine Mama dabei, bei der bin ich immer ein wenig nervös, wie sich Olivia verhalten wird. Wenn sich die Kinder nicht so gerne mögen würden…hmm…ich weiß nicht ob es dann zu weiteren Treffen kommen würde.
Mir ist es bereits passiert, dass ich zu Olivia sagte:“ Brav sein okay?“ Danach hätte ich es am liebsten zurückgenommen, denn das Wort „brav“ ist so eine Sache oder? Vor allem bei Kleinkindern. Es ist doch ganz normal, wenn die mal nicht teilen wollen, es ist doch normal wenn die mal ausflippen. Ich bin mir sicher, dass meine Nervosität Olivia angesteckt hat, denn sie hat sich bei diesen Treffen meistens…etwas seltsam aufgeführt. Sie war unentspannt.

Kinder sind da unglaublich feinfühlig.

Mach ich nicht mehr…alle Eigenschaften die ich oben erwähnt habe sind völlig normal. Wenn wir anfangen Kinder in Schubladen zu stecken, dann werden sie vermutlich auch da drin bleiben. Sie werden in der Schule zum Störenfried, denn sie bekommen es ja von Klein an gesagt, dass sie nicht brav sind. Irgendwann glauben sie es dann selbst.

Mittlerweile gehe ich solchen Treffen aus dem Weg. Ich gehe Freundschaften aus dem Weg die mir nicht gut tun. Ich habe mich oft genug mit Leuten getroffen, nur weil sich die Kinder gut verstanden haben, ich aber die Mutter nicht „mehr“ mochte, weil sie mein Kind ständig hingestellt hat, als ob es kein „gutes“ Kind wäre.

Manchmal passt man eben nicht mehr zusammen.

Jeder entwickelt sich weiter und das ist gut so. Es gibt Freundschaften bei denen lohnt es sich sie zu pflegen und dann gibt es die, naja die sind eben nur für einen gewissen Lebensabschnitt vorgesehen.

Steckt eure Kinder nie in Schubladen nur weil andere mit euren Kindern nicht zufrieden sind. Klar, gibt es berechtigte Kritik, auch ich habe mich schon mal mit bzw. für mein Kind entschuldigt. Nicht nur einmal, aber machen wir doch kein Drama draus. Die Kinder vergessen so katastrophale Treffen schneller als wir.

Gönnt euren Kindern die unbeschwerte Zeit, funktionieren müssen sie früh genug…

Eure Hannah

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